Kinderflüsterin
Kinder ahmen uns nach. Sie spiegeln uns aber auch. Jeden Tag. Jede Minute. Jede Sekunde. Sie zeigen uns, wer wir sind und fordern uns auf, sich wieder mit uns selbst zu beschäftigen.
Kinder über ihren physischen Körper hinaus zu sehen, und zwar so, wie sie sind, da, wo sie grade stehen und mit allem, was sie mitbringen und mit sich tragen. Quasi wie ein Pferdeflüsterer, nur halt mit Kindern statt mit Pferden.
Das macht meine Arbeit als Kinderflüsterin aus. Und die Reaktionen und strahlenden Augen der Kinder bestätigen dies immer wieder.
Kinder sind
keine
kleinen Erwachsenen, sondern zarte Pflänzchen, die mit viel Wissen und Potential auf die Welt kommen. Manchmal lauter, manchmal leiser und mit einer Reinheit und Ehrlichkeit, die den meisten Menschen beim Erwachsenwerden abhanden kommt.
Unsere Aufgabe als Erwachsene ist es, ihnen einen sicheren und geborgenen Raum zu geben, aus welchem heraus sie sich in alle Richtungen entfalten können. Völlig egal, ob wir selbst das gut finden oder nicht,
denn wir sind nicht sie. Wir sind hier, um sie zu begleiten, zu unterstützen und auch wieder aufzufangen. Mit offenen Ohren, liebevoll und respektvoll. Und immer auf Augenhöhe.
Die ersten Jahre eines Kindes sind die Wichtigsten, denn diese Zeit prägt das gesamte Leben dieses Menschen. Bewusst und unbewusst.
Sobald ein Kind nicht den Erwartungen von Eltern, Familie und Gesellschaft entspricht, wird es als "schwierig" bezeichnet. Die eigentliche Ursache liegt jedoch fast immer im direkten Umfeld und nicht beim Kind selbst.
Denn Kinder saugen alles um sich herum in sich auf und versuchen im Stillen die Probleme um sie herum aufzulösen. Nur erkennen Erwachsene das meist nicht, weil wir mit dem Älterwerden vieles abtrainiert bekommen und verlernen und weil wir vielleicht selbst als Kind nicht wirselbst sein durften.
Kinder lesen zwischen den Zeilen. Sie spüren und fühlen auch ohne Worte bereits im Vorfeld, das etwas nicht stimmt. Sie haben sehr feine Antennen für Stimmungen und Schwankungen. Und weil sie wollen, dass es allen in ihrer Familie gut geht, projizieren sie vieles auf sich und ziehen sich in sich zurück.
Genau da gilt es, hinzuschauen, zwischen den Zeilen, und die Kinder auf Augenhöhe abzuholen.
Mit Einfühlungsvermögen und Empathie. Ohne Vorurteile. Kleine Gesten. Einfach da sein.
Strahlende Kinderaugen und tief aus dem Herzen kommende Sätze wie "Ich bin glücklich." sagen am Ende mehr als irgendwelche Worte.
